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Skitour Gumpenspitze

Aktualisiert: Apr 12

Am Ostermontag den 05.April klingelt der Wecker um 4:30Uhr. Kurz ins Bad, dann die Kaffeemaschine an und rein in die Skitourenklamotten. Den am Vorabend gepackten Rucksack aufgesetzt und runter in den Keller um die hergerichteten Tourenskier zu holen. Alles rein ins Auto, indem sich auch schon das Radl befindet und los geht´s nach Hinterriss. Dort habe ich mich für heute mit zwei Spezln verabredet für eine Frühjahrsskitour in der Eng. Das Ziel ist die Gumpenspitze 2.176m, ein eher unbekannter Gipfel direkt über dem Großen Ahornboden, mitten im Karwendel.

Der frühe Start ist berechtigt, schließlich wollen wir gute und sichere Verhältnisse vorfinden und die Tour verläuft überwiegend über ostseitige Hänge, welche schon früh der Sonne ausgesetzt sind. Die Temperaturen sind für Anfang April recht niedrig angesagt und es soll etwas Wind geben, das spielt uns in die Karten und verschafft uns noch etwas mehr Zeit.

Die Skier werden zunächst am Rucksack befestigt und wir radeln noch bei Dunkelheit los. Bis zu den Hagelhütten läuft es recht gut, dann wird der Schnee mehr und wir stellen nach knapp 9 km kurz vor Beginn des Großen Ahornbodens die Räder ab. Ab hier geht´s noch etwa 4 km über flaches Gelände bis zu den Eng-Almen. Da die Schneeoberfläche hart gefroren ist entscheiden wir noch einige Zeit mit den Skier an den Füßen zu "skaten" und dann die Felle aufzuziehen.

Während wir uns weiter ins Zentrum des Karwendels bewegen geht die Sonne langsam auf und scheint in die Nordostwand der Grubenkarspitze, eine ca. 1.000m hohe imposante Felsbastion die mit dem Grubenkarpfeiler direkt an die berühmte, ebenso imposante und ähnlich hohe Laliderer Nordwand anschließt. Diese und weitere eindrucksvolle Berge werden bis zu unserem Rückweg immer in unserem Blickfeld liegen, was der Tour eine ganz besondere Atmosphäre verschafft.

Ab den Eng Almen folgen wird über sanft ansteigende Almwiesen-Hänge dem Weg Richtung Hohljoch und dem Lalidersalm Hochleger. Bald schon befinden wir uns ebenfalls in der Sonne und wir genießen die aufkommende Wärme.

Die Schneedecke ist tragfähig und noch hart gefroren, weshalb wir ab Beginn der steileren Hänge die Harscheisen auspacken. Wir können problemlos über eine breite Rinne unseren Aufstieg verkürzen und erreichen so ziemlich zügig die großen freien Osthänge der Gumpenspitze. Ab hier kann man ohne Hindernis und in annähernd gleichmäßiger Neigung die eigene Spur in der 500 Höhenmeter hohen Flanke wählen. Bei dieser Kulisse und dem schönen Wetter das reinste Vergnügen!

Als Tourenziel peilen wir den Südwestgrat des Berges an. Von hier aus könnte man theoretisch noch 300-400m weitergehen und ausgesetzt aber wenig schwer dem Gratverlauf bis zum Gipfel folgen. Der interessiert uns heute aber wenig, die Aussicht ist die selbe und es bietet sich keine direkte Abfahrt vom Gipfel an.

Also suchen wir uns einen aperen Flecken auf dem Grat zum Rasten aus. Wir können ausgiebig Brotzeiten und uns in aller Ruhe herrichten, denn wir waren schnell und durch den Wind und die für´s Frühjahr verhältnismäßig niedrigen Temperaturen ist der Hang immer noch prügelhart.

Das Panorama von hier aus kann man sich ohne Weiteres mal eine Zeit lang anschauen und als begeisterte Kletterer debattieren wir ausgiebig über mögliche Ziele durch die Steilabbrüche der Karwendel Nordwände.

Nach einer Weile wirds uns doch ein bissl frisch und wir entscheiden uns für die Abfahrt. Der Schnee ist schon etwas weicher geworden und wir hoffen auf beste Abfahrtsbedingungen.

Wir schicken einen "Testfahrer" los und schnell wird klar, dass es doch noch recht hart ist. Während unserer Anwesenheit wirds heute zumindest im oberen Teil wohl nicht mehr viel weicher werden und wir müssen los, denn weiter unten ist es wärmer und es hat weniger Wind...

Der Osthang der Gumpenspitze ist an manchen Stellen direkter der Sonne ausgesetzt als an anderen, was im Hinblick auf die Schneequalität schon einen entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Also probiere ich es in einem dieser Hänge - und finde dort super Bedingungen! Die Anderen folgen und die weitere Abfahrt bis zur Engalm ist ein reiner Genuss. Butterweicher Firn in freiem und traumhaftem Skigelände - was will man mehr!?

Über den Großen Ahornboden wird das Gelände flach aber es geht stetig leicht bergab. Die Sonne scheint hier noch nicht lange und so gleiten wir mit wenig Stockeinsatz fast schon schwerelos und in gleichmäßiger Geschwindigkeit durch die uralten Ahornbäume über die tragfähige Schneeoberfläche zurück zum Fahrrad- Depot! Die Skier kommen wieder an den Rucksack und auf der sonnigen Mautstraße radeln wir locker zurück zu den Autos.

Es ist noch vor 12Uhr Mittags und eine weitere erfolgreiche und wunderbare Skitour im Karwendel- Paradies liegt hinter uns.


Wenn dir die Eindrücke gefallen und du auch gerne mal eine Frühjahrsskitour mit einem ortskundigen Bergführer im Karwendel erleben möchtest dann melde dich gerne bei mir!

Weitere Infos zu geführten Touren aller Art findest du hier.